Studie: Social Media bringt Unternehmen nichts

Am Anfang des Jahres verkündeten Fachmagazine wie Horizont und W&V, dass Unternehmen im Jahr 2012 verstärkt in Social Media investieren, um ihre Web-2.0-PR zu verbessern. Dabei kommt eine Studie des Brand Science Institute (BSI) zu dem Ergebnis: Social Media leistet keinen entscheidenden Beitrag zur Wertschöpfung des Unternehmens. Sind Marketing- und PR-Verantwortliche also auf einem Holzweg?

In der Langzeitstudie des Brand Science Institute wurden rund 130 Marken in 12 europäischen Ländern untersucht. Das Ergebnis: In 81 % der Unternehmen fehlte eine klar definierte Social-Media-Strategie. Und nur rund 7 % der beteiligten Unternehmen hatten verstanden, welchen Wert die interaktive Kommunikation mit dem Kunden bietet. Last but not least haben nur etwa 11 % der Firmen eine Social-Media-Guideline, die den Umgang mit den sozialen Kanälen für alle Mitarbeiter regelt. Nur 27 % der befragten Firmen kannten zudem überhaupt ihre Zielgruppen!

Online-PR ist erfolgreich
Das Problem: Auf Kundenzufriedenheit, Markenbekanntheit und Kundenbindung habe der Einsatz von Social Media der Studie zufolge daher keinen nennenswerten Einfluss. Der Grund: Häufig fehle in Unternehmen einfach das Verständnis für die sozialen Netzwerke und das Know-how für eine Strategie, damit die Kommunikation bei Facebook, Google+ und Twitter einen Mehrwert bringt.

Der Einsatz von sozialen Netzwerken steht also nicht in Frage, sondern vielmehr der Umgang damit. „Den stärksten Wertbeitrag leistet Social Media bisher im Bereich der PR, den schwächsten im Empfehlungsmarketing“, erklärt Dr. Nils Andres, Geschäftsführer des Brand Science Institute.

Best Pratices Social Media
Fazit: Unternehmen kommen ohne externe Berater im Bereich Social Media nicht aus oder müssen verstärkt Experten zum Thema einstellen. Es reicht nicht, die neuen Kommunikationskanäle mit platten Werbebotschaften, vertriebs- und verkauforientierten Nachrichten oder Unternehmensverlautbarungen zu bespielen. Social Media ist erst dann gut, wenn es nicht verkaufen will, sondern wirklich sozial ist, urteilt auch t3n.de.

Die Inhalte müssen Nutzer einen Mehrwert und die Möglichkeit zur Interaktion bieten – nur so können Unternehmen Interesse wecken, an ihrer Online-Reputation arbeiten, auf positive virale Effekte hoffen und einen Shitstorm vermeiden. Kundenorientierte Social-Media-Aktivitäten zählen zu den erfolgreichsten und aufwändigsten Beispielen gelungender Kommunikation im Web 2.0. Unternehmen treten in den Netzwerken immer dann erfolgreich in den Dialog mit den Nutzern, wenn sie besonderen Kundenservice bieten wie die Deutsche Telekom oder das gesamte Unternehmen inklusive Führungsebene twittert wie etwa bei Dell.

Wer sich nicht verzetteln möchte oder wem schlicht die Manpower fehlt, der sollte sich zunächst auf eine Plattform konzentrieren. Derzeit kommt wohl niemand mehr an Facebook vorbei. Aktuellen Zahlen zufolge verbringen Internetnutzer, die in sozialen Netzwerken aktiv sind, 95 % der Zeit auf Facebook.

Impulse für das Social-Media-Problem
Doch einem aktuellen DPA-Bericht zufolge scheinen Unternehmen das Problem erkannt zu haben. Sie sind verstärkt auf der Suche nach Social-Media-Managern. Sogar ein eigenes Karriere-Portal wurde inzwischen begründet.

Auch die nächste Marketing 2.0 Conference könnte wichtige Impulse für Firmen bringen, die noch auf der Suche nach einer Strategie sind. Sie stellt die Frage in den Mittelpunkt, wie Unternehmen durch den Einsatz von Social Media die Wertschöpfung für Marken und Unternehmen verbessern können. Vom 25. bis 27. März 2012 diskutieren in Hamburg Unternehmensvertreter aus aller Welt über den Einsatz von Social Media in der Unternehmenskommunikation.

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6 Gedanken zu „Studie: Social Media bringt Unternehmen nichts

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