Milliardengeschäft Freundschaft – Facebook macht süchtiger als Drogen

Der Nutzer, das unbekannte Wesen. Warum er ausgerechnet Facebook zum zentralen sozialen Netzwerk auserkoren hat, verstehe wer will. Facebook reglementiert seine Nutzer stark, bietet keinen Spielraum für Individualisierung des Accounts und kommt mit einem ziemlich reduzierten Webdesign daher. Und doch macht Facebook einer Studie zufolge süchtiger als Drogen und Sex. Auch eine ARD-Doku lässt an Facebook kein gutes Haar …

Die Universität Chicago bringt mit den Ergebnissen ihrer Studie für alle Internetaffinen und Social-Media-Enthusiasten eine unangenehme Wahrheit an den Tag: Unser Medienkonsum kann zur Sucht werden. Aus Spaß, Spiel, Sharen, Liken und Twittern wird plötzlich ein unkontrollierbarer Drang. Das Suchtpotenzial von Facebook und Twitter sei dabei noch höher als das von Alkohol und Nikotin. Aber das wollen wir alle lieber nicht hören. Wir wiegeln ab mit dem Argument, dass unser Engagement in den sozialen Medien nicht so schlimme Konsequenzen für unsere Gesundheit hat wie das Trinken oder Rauchen. Und auch datenschutzrechtliche Bedenken, die neue Facebook-Timeline oder Spam-Attacken auf Twitter können uns nicht davon abhalten, Netzwerke zu nutzen.

Internet-Abhängigkeit verändert Gehirn
Chinesische Forscher, die das so genannte Internet-Abhängigkeits-Syndrom untersuchten, fanden aber nicht nur heraus, dass Onlne-Abhängikeit Einfluss auf das Sozialverhalten hat, sondern auch neurale Veränderungen mit sich bringt. Mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) scannten die Wissenschaftler die Gehirne von 17 internetabhängigen Jugendlichen. Das Ergebnis: Es zeigten sich Veränderungen in Nervenfasern, die für wichtige Hirnfunktionen wie Emotionen, Motorik und Aufmerksamkeitssteuerung verantwortlich sind.

Smartphones und Internetsucht hängen zusammen
Die Experten sind sich einig: Die extrem hohe Verfügbarkeit des Internets und der Netzwerke bedingt unter anderem das hohe Suchtpotenzial. Das geht einher mit einem rasanten Zuwachs bei den Smartphones. Einer Forsa-Umfrage zum “Safer Internet Day” am 7. Februar 2012 zufolge besitzt ein Drittel der 30- bis 44-Jährigen und gut jeder Fünfte der 45- bis 54-Jährigen ein internetfähiges Smartphone.

Sind wir nicht alle ein bisschen süchtig nach Internet-Neuigkeiten, Followern und Blogbesuchern? Wir alle sind Teil eines Milliardengeschäfts mit der Freundschaft, so der Titel eines kritischen Fernsehbeitrages des NDR zu Facebook. Mich machen die Studien jedenfalls nachdenklich. Darum werde ich gleich das Notebook ausstellen, an die frische Luft gehen und mit Freunden telefonieren. Welchen Einfluss das auf meine neuralen Strukturen hat, bliebe allerdings noch zu klären.😉 Wenn jemand darauf eine Antwort weiß, bitte melden oder einen Kommentar dazu schreiben.

ARD YouTube Channel: Facebook – Milliardengeschäft Freundschaft


Weiterführende Links zu Facebook:
Studie: Facebook macht süchtiger als Sex
PC-Welt: Internetsucht beeinflusst den Hirnaufbau
Facebook Timeline: So sichern Sie Ihre Privatsphäre
Studie: Social Media bringt unternehmen nichts
ZDF Mediathek: Österreich – Studenten gegen Facebook

2 Gedanken zu „Milliardengeschäft Freundschaft – Facebook macht süchtiger als Drogen

  1. Pingback: Studie: Social Media bringt Unternehmen nichts | Text-Know-how

  2. Pingback: Warum Social Media keine Nebenbei-Beschäftigung ist | Text-Know-how

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