Kesslers Expedition: Mit dem Rasenmäher auf den Brocken

Bild: rbb/Wieduwilt Film & TV Produktion"

Bild: rbb/Wieduwilt Film & TV Produktion“

Gestern bin ich beim Zappen hängen geblieben: Michael Kessler tuckerte auf einem roten Rasenmäher den Brocken hoch. Auch wenn die Idee, pardon, ein wenig von David Lynch geklaut ist, der bereits im Jahr 1999 in seinem Film „The straight story“ einen alten Mann auf dem Rasenmäher  700 Meilen durch Amerika zuckeln ließ, war die Geschichte für das deutsche TV skurril genug, so dass ich weiterschauen musste.

Besser spät als nie: Leider bin ich erst jetzt bei der fünften und letzten Etappe der Rasenmäher-Expedition auf das Format im rbb aufmerksam und positiv überrascht worden. Auch wenn das Konzept von „Kesslers Expedition“ nicht völlig neu ist – weder als Format im rbb, wo die Sendung offenbar seit dem Jahr 2010 läuft, noch von der Idee her, die an erfolgreiche und preisgekrönte Sendungen wie „Gernstl unterwegs“ anknüpft.

Michael Kessler: Neugierig wie ein Kind

Und doch macht Michael Kessler, den ich bislang nur als klamaukigen, aber begnadeten Parodisten bekannter Persönlichkeiten wie Günther Jauch kannte, manches anders. Er fährt mit sechs km die Stunde von Berlin aus durch Harz-Käffer wie Elend, besichtigt die Rübeländer Topfsteinhöhlen und lernt, wie man als Harzer jodelt. Er kommt auf seinem Weg mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch und hört sich ihre banalen oder traurigen Geschichten von Krankheit und Tod an. Offen und neugierig wie ein Kind geht Kessler dabei auf Menschen zu und begleitet seine skurrile Tour mit dem Elektro-Rasenmäher mit der nötigen Portion Humor – sofern es die Situation zu lässt.

„Ich kann allen empfehlen, mit dem Rasenmäher zu reisen“, sagt der Comedian in einem Focus-Interview, und schwärmt von den „spontanen Momenten“ seiner außergwöhnlichen Tour, die wohl nur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen möglich sei. Als Zuschauer fragt man sich allerdings, ob Michael Kessler nach rund 250 Kilometern auf dem kleinen Rasenmäher nicht eher Rückenprobleme und Sitzschmerzen bekommen hat. Wie auch immer: In jedem Fall ist es sehr schade, dass sich erst gestern auf „Kesslers Expedition“ aufmerksam geworden bin. Aber immerhin hat mich die Sendung an einen traurig-schönen Film mit Richard Farnsworth in der Hauptrolle erinnert, den ich vor nunmehr 12 bis 13 Jahren im Kino gesehen habe und den ich mir vielleicht wieder einmal anschauen sollte …

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