Restaurant-Test: Das „Mai Anh“ in Mainz-Gonsenheim

Die Speisekarte des „Mai Anh“ in Mainz-Gonsenheim hätte schon eine Vorwarnung sein sollen. Ein asiatisches Restaurant, das sowohl chinesische, thailändische und vietnamesischen Spezialitäten anbietet, will es wie viele Lieferdienste, die indisches, italienisches Essen und mexikanisches Essen im Angebot haben, allen Recht machen. Aber zumeist ist dann keine der angebotenen Küchen richtig gut.

Das „Mai Anh“ sieht von außen zwar unscheinbar, aber durchaus einladend aus. Ein Vorteil: Abends gibt es parallel zur Breiten Straße in Mainz-Gonsenheim genügend kostenlose Parkmöglichkeiten. Der Aushang bietet nicht nur einen Auszug aus der Speisekarte, sondern das komplette Angebot. Das führt leider dazu, dass die Karte eng und klein bedruckt und somit sicher nicht für jedermann lesbar ist.

Das Ambiente entspricht dem Gemischtwarenladen der Speisekarte. Während Tische und Bestuhlung in Mahagoni oder Mahagoni-Imitat gehalten sind und auch Decke und Beleuchtung an herkömmliche China-Restaurants erinnern, sollen Raumtrenner aus Bambus für Thai-Flair sorgen. Richtig stimmig ist das Einrichtungskonzept des kleinen Restaurants nicht, aber dennoch nicht ungemütlich.

Das aller wichtigste: Wie war das Essen im „Mai Anh“?

Meine Begleitung und ich entscheiden uns für Frühlingsrollen als Vorspeise. Während meine vegetarische Variante wohl ein Tiefkühlprodukt ist, wie man es in jedem Asialaden kaufen kann, scheint die fleischhaltige Frühlingsrolle aus eigener Herstellung zu sein. Als Hauptgericht wähle ich ein vegetarisches Thai-Curry, meine Begleitung ein Hühnchen-Gericht mit Thai-Gewürzen. Beide Speisen kommen nach einer angemessenen Wartezeite brodelnd in hitzbeständigen Steingutschalen an den Tisch, die Gutes verheißen. Allerdings werden die geschürten Erwartungen nicht erfüllt.

Mein Thai-Curry ist scharf. So hat es die Speiskarte bereits angekündigt. Darüber hinaus bietet das Gericht aber kaum Geschmackserlebnisse. Die leicht süße und nussige Geschmacksnote, die gute Currys bieten, fehlt leider. Stattdessen sticht bei den Bambussprossen und den Champignons ein strenger Geschmack hervor, der vermutlich von den Konserven herrührt. Leider ist das frische Gemüse – Paprika, Möhren und Zucchini – verkocht und nicht so knackig, wie ich es bei Thai-Gerichten schätze. Meine Begleitung bestätigt, dass auch das Hühnchen-Gericht Schwächen hat.

Fazit: Das „Mai Anh“ bietet bei den Thai-Gerichten leider nur ein durchschnittliches Niveau. Vielleicht sind die vietnamnesischen und chinesischen Gerichte besser, vielleicht gilt es dort noch die Kernkompetenz des Restaurants zu entdecken. Allerdings bezeichnet sich das „Mai Ahn“ selbst als Viet-Thai-Restaurant … Bei der Thai-Küche überzeugt das „Mai Anh“ aber leider nicht und kann mit Restaurants wie dem „Red Chili“, dem „Thai Country“ oder dem „Ban Thai“ in Mainz nicht mithalten.

2 Gedanken zu „Restaurant-Test: Das „Mai Anh“ in Mainz-Gonsenheim

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