Warum Hurts „Exile“ nicht an „Happiness“ herankommt

Hurts, Cover "Exile", Foto: Sony Music

Hurts, Cover „Exile“, Foto: Sony Music

Synthie-Pop im Sound der 80er, Schmerz, Leid, Drama und eingängige Melodien – das ist die Rezeptur, mit denen das Duo Hurts im Jahr 2010 Feuilletons und Publikum begeisterte. „Wonderful Life“ gehörte zu den meistverkauften Singles des Jahres, jede Auskopplung aus dem Erstlingsalbum „Happiness“ wurde zu einem Hit. Das hat Erwartungen geschürt, die Theo Hutchcraft und Adam Anderson aus Manchester mit ihrem zweiten Album „Exile“ nicht ganz erfüllen können.

Bereits Monate vorm Erscheinen haben Hurts die Werbetrommel für „Exile“ gerührt“, unter anderem durch ein melodramtisch-düsteres Video-Intro von „The Road“ auf der Website. Man konnte gespannt sein, was das neue Album bringen wird und ich zumindest wusste: „Exile“ muss ich unbedingt haben! Nun, da ich hineingehört habe, bin ich zwar nicht mehr ganz so elektrisiert, aber auch nicht völlig enttäuscht. „Exile“ bietet durchaus ein paar ausgeprochen starke Songs, aber auch einige seichte Popnummern.

„Exile“ bietet Licht und Schatten

Zu den besten Stücken zählen die aktuelle Singleauskopplung „Miracle“ und eben „The Road“. Der sakrale Kinderchorus in „Sandmann“ mit seinem enervierenden „AhaaAhaaUhuu“ im Refrain ist leider weniger gelungen. Auch „Blind“, an sich schön, wird durch den etwas albernen Chorus im Background, der dieses Mal „OeooeoOeooeo“ singt leider etwas versaut. „Only You“ kommt dann als allzu routinierte seichte Popnummer, als totaler Mainstream daher, der auch zu einer Boycroup gepasst hätte. Aber passt der Song auch zu Hurts?

Hurts „Exile“ überzeugt nicht vollständig

Das fragt man sich auch bei „Cupid“, das mit seinem klirrenden Metall (Industrial Sound) arg sehr an Depeche Modes Album „Some Great Reward“ aus dem Jahr 1984 erinnert. Wer sich an Lieder wie „Master an Servant“ oder aber „People are People“ erinnert, weiß, was ich meine. Während das bei „The Road“ stimmig ist, wirkt es bei „Cupid“ aufgestülpt.

„The Crow“, auch wieder mit sakralem Kinderchorus im Background ist im Vergleich zu „Cupid“ oder „The Road“ sehr süßlich. „Somebody to die for“ überzeugt dann wieder und erinnert an das Vorgänger-Album „Happiness“ mit seinen schön eingesetzen Streichern. Auch mit „The Rope“ kann ich leben. Das an sich von Klavier und Streicher schön atmosphärisch untermalte „Help“ wird trotz seines Spannungsbogens wieder durch einen kitschigen Chorus kontariert.

Fazit: „Exile“ bietet also alles in allem Licht und Schatten. Von Pomp und Pathos ist allerdings im Vergleich zum Erstling „Happiness“ nichts verloren gegangen. Eingefleischte Hurts-Fans werden die musikalischen Ausflüge und auch das „Ohohoooo“ im Background Theo Hutchcraft und Adam Anderson sicherlich verzeihen. Und doch: Der Fluch des zweiten Albums hat die beiden doch ein klein bisschen eingeholt. Aber der Vorwurf, Hurts klängen so, als ob sie zu Carmen Nebel wollen, wie ihn ein Welt-Redakteur postuliert, geht definitiv zu weit.

Hurts – Miracle (Live Jonathan Ross Show)

Hurts – The Road

HURTS — Wonderful Life (Official new version) – MyVideo
ntv: Hurts legen mit „Exile“ nach
Stern.de: Hurts wollen auch mal rappen
Zeit.de: Für die Autowerbung reicht’s

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