„Beady Belle“ – oder wenn man plötzlich ins Konzert muss

Bis Freitagabend hatte ich noch nie zuvor von der norwegischen Formation „Beady Belle“ (zu Deutsch: wachsame Schöne) gehört. Und ein Konzertbesuch war auch gar nicht geplant – wenn nicht eine Terminpanne dafür gesorgt hätte, dass es ganz spontan in den Frankfurter Hof in Mainz ging. Der Besuch hat sich gelohnt. Die Musik von „Beady Belle“ ist für mich eine echte Entdeckung.

Mit zuckenden Schultern und nach vorne wippendem Oberkörper begleitet Frontfrau und Sängerin Beate S. Lech den pulsierenden Sound von „Beady Belle“, der unter anderem von Bassguitar, Drum Machine und analogen Keyboards erzeugt wird. Die minimalistischen Rhythmen, die sich in einer Endlosschleife zu wiederholen scheinen, klingen nach Soul und Funk, sind ab und an leicht jazzig angehaucht, bieten Ausflüge in den Reggae und überraschen immer wieder mit ungewöhnlichen orientalischen Ethnoeinschlägen, Improvisiationen und fulminanten Ausklängen.

„Cricklewood Broadway“: das sechste Album von „Beady belle“

Das Konzert in Mainz war eine Station der Tour zum aktuellen Album „Cricklewood Broadway“, das auf dem Roman „White Teeth“ (deutscher Titel: „Zähne zeigen“) der britischen Schriftstellerin Zadie Smith basiert, der die Integrationsprobleme von Immigranten in London thematisiert. Immerhin: „Cricklewood Broadway“ ist bereits das sechste Album der Norweger.

In Songs wie „My Name on the world“, „Faith“ oder „So far so good“ verdichten „Beady Belle“ die schwankenden Emotionen, die zwischen Integrationsbereitschaft und Identitätbewahrung, Neugierde und Angst, Gewalterfahrung- und Verarbeitung changieren. Dazu entfaltet das Quintitt einen energiegeladenen Klangteppich mit einer unglaublichen hypnotischen Sogwirkung, der sich mit der gewaltigen Stimme von Sängerin Beate S. Lech zu einem furiosen musikalischem Erlebnis verbindet.

Fazit: Das „Beady Belle“-Konzert in Mainz war für mich ein belebendes musikalisches Erlebnis, das lange nachhallt.

Laut.de-Biografie „Beady Belle“
„Beady Belle“ by Universal Music
„Beady Belle“ bei Facebook

5 Gedanken zu „„Beady Belle“ – oder wenn man plötzlich ins Konzert muss

      • Da hast Du wohl recht… Bei vielen singt mittlerweile die Technik ganz stark mit! Leider gibt es aber nicht sooo viele richtig gute Studios, sondern auch da viele Produzenten von Einheitsbrei und Massenware. Wenn da mal solche speziellen Bands kommen, wird so ein Studio denen nicht gerecht. Schade… LG v Stefan

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